Chlorgeruch & Hochhausidyll // Das Sommerbad in der Gropiusstadt

„Das Kombibad Gropiusstadt mit Freibad an der Lipschitzallee kommt noch genauso daher, wie es damals erbaut wurde. Und genau das finde ich großartig. Alte Schließfächer, Kioske hinter Beton, Sprungtürme von denen vermutlich schon meine Mama als Teenie oder junge Frau gesprungen ist, eine unaufgeregte Wasserrutsche, der Pilz im Nichtschwimmerbecken und der typische Geruch von Chlor – alles vor der Kulisse des Gropiushauses.“ 

Bezahlbares Wohnen im Grünen fernab der damaligen Altbau-Tristesse

Ursprünglich hatte Bauhaus-Begründer Walter Gropius außerhalb der Berliner Innenstadt ein Viertel mit größtenteils vier- bis fünf-geschossigen Häusern und eigener Infrastruktur entworfen. Bezahlbares Wohnen im Grünen fernab der damaligen Altbau-Tristesse waren Vorgabe und Ziel der Großwohnsiedlung am Stadtrand.

Die Umplanung der Entwürfe führten zu einem Bauprojekt der Superlative

Doch es kam alles ganz anders: Der Mauerbau und die daraus resultierende Knappheit für Baugrund in West-Berlin und schließlich die Umplanung der Entwürfe führten zu einem Bauprojekt der Superlative. Die Grundsteinlegung fand 1962 trotz angeblicher Zerwürfnisse zwischen dem Architekten und der Stadt Berlin gemeinsam mit Walter Gropius und Berlins damaligem Bürgermeister Willy Brandt statt. Die Trabantenstadt wurde 1975 endgültig fertiggestellt. Zu Ehren des Planers, der bereits 1969 verstarb, wurde die Stadt in der Stadt nach ihm benannt und ist bis heute über die Grenzen Berlins als Gropiusstadt bekannt.

Den dort lebenden Menschen blieb oftmals nicht viel mehr als ihre Sozialwohnung

Traurigen Ruhm erlangte die Stadt Ende der 70er Jahre, als den dort lebenden Menschen oftmals nicht viel mehr blieb als ihre Sozialwohnung in der Großwohnsiedlung. Spätestens mit dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wurde ein Bild von der Gropiusstadt gezeichnet, dass wenig Platz für Schönes ließ.

Fasziniert von der Architektur und jedes Mal überrascht

Mit dieser eher traurigen Geschichte im Kopf, fuhr ich vor wenigen Wochen als Begleitung für den Schwimmunterricht einiger Schulkinder zum Sommerbad in die Gropiusstadt. Fasziniert von der Architektur und jedes Mal überrascht, wie viel Besonderes ich dort entdecken kann, wurde ich auch an diesem Freibadtag nicht enttäuscht:

Das Kombibad Gropiusstadt mit Freibad an der Lipschitzallee kommt noch genauso daher wie es damals erbaut wurde. Und genau das finde ich großartig. Alte Schließfächer, Kioske hinter Beton, Sprungtürme von denen vermutlich schon meine Mama als Teenie oder junge Frau gesprungen ist, eine unaufgeregte Wasserrutsche, der Pilz im Nichtschwimmerbecken und der typische Geruch von Chlor – alles vor der Kulisse des Gropiushauses.

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Während die Schulkinder im Innenbereich die Angst vorm tiefen Wasser verlieren sollen, ziehen draußen vereinzelte Rentner ihre stillen Bahnen.

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Im Hintergrund wacht massiv das Gropiushaus über die Gäste im Freibad.

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An einem Freitagvormittag (außerhalb der Feriensaison) ist die Stimmung ruhig.

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Na, wer hat jetzt Lust auf eine Arschbombe, Bum Bum oder eine Portion Pommes?

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