Umziehen ist nicht mein Hobby // Statistik des Kistenpackens

Ich bin in meinem Leben insgesamt 10 plus 2 Mal umgezogen. Zwei Mal war es befristetes Wohnen und somit nur ein kleiner Umzug. Elf von den insgesamt zwölf Umzügen haben in den Jahren 2004 bis 2015 stattgefunden – im Durchschnitt jährlich ein Umzug. Der eine Umzug, der nun in meiner ganz persönlichen Liste des Kistenpackens noch fehlt, war der eine mit Mama und Papa.

Konkret bedeutet das für mich:

  • Zwölf Umzüge in 33 Lebensjahren.
  • Das ist zwölf Mal Kisten einpacken und zwölf Mal Kisten auspacken. (Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich auch mit sechs Jahren schon Zeitungspapier um Gläser, Tupperware, Lieblingsbücher, Stofftiere und die kleine Porzellanlampen aus meinem Puppenhaus gewickelt habe.)
  • Das ist jetzt schon eine rund 25,5 Prozent höhere Umzugsrate als meine Oma es mit ihren 92 Jahren geschafft hat.
  • „Ich habe die erste Nacht in meiner ersten eigenen Wohnung geschlafen.“ (Tagebucheintrag vom 6. März 2004). Von meinen Eltern bin ich nicht in eine WG, sondern in eine eigene kleine Wohnung gezogen. Zwei Zimmer, Küche, Bad. Ich weiß noch genau, dass ich die allererste Nacht unbedingt ganz alleine schlafen wollte. Mein damaliger Freund durfte das nicht mit mir teilen. Es war ungewohnt und schön. Ich habe auf jedes Geräusch aus der Wohnung und dem gesamten Mietshaus geachtet, auf die anderen Lichter der Straßenlaternen von draußen und den Geruch nach Farbe und neuer Auslegware.
  • Von 2010 bis 2015 habe ich dauerhaft in Hamburg gelebt. Dort bin ich fast jedes Jahr umgezogen, insgesamt habe ich vier Mal meine Kisten gepackt. In den Jahren davor war ich zwei Mal für ein paar Monate in der Hansestadt.
  • Ich habe sechs Mal in WGs gelebt. Das war immer in Hamburg.
  • Vom Erdgeschoss bis zum 5. Stock habe ich in jeder Etage gelebt. Je höher ich wohnte, desto besser gefiel es mir.
  • In acht Wohnungen hatte ich einen Balkon oder eine Terrasse oder eine Badewanne. Sechs Wohnungen hatten beides. Meine Lieblingswohnung hatte beides nicht.
  • Die Wohnung, die ich am allermeisten liebte, war in Hamburg in der Methfesselstraße. Ich habe dort 13 Monate gewohnt. Kurz vor der Zwangssanierung bin ich zurück nach Berlin gezogen.
  • Ich musste zwei Mal Maklergebühren zahlen. Insgesamt etwas über tausend Euro.
  • Das meist mit mir umgezogene Möbelstück ist ein alter Sessel vom Müll.
  • Die Umzüge haben mich davor bewahrt, Unnötiges anzusammeln. Mein Hab und Gut hat immer in einen großen Sprinter gepasst – inklusive zwei Fahrräder.
  • Ich bin alle gemieteten Sprinter für meine Umzüge kein einziges Mal selbst gefahren.
  • Der treueste Umzugshelfer war mein Papa. Er hat mir bei sieben Umzügen geholfen.

Auch wenn sich meine kleine Statistik ganz nett liest, ich bin nicht immer gern umgezogen. Es war nicht immer einfach und Umziehen ist nicht mein Hobby! Denn Umziehen ist Abschiednehmen und Neuankommen. Gründe für Umzüge können vielfältig sein. In meinem Fall reichten die Gründe für einen Wohnungswechsel von Jobs und Praktika in einer anderen Stadt über größere und schönere Wohnungen bis hin zu Trennungen oder Zusammenziehen.

Das letzte Mal bin ich vor eineinhalb Jahren umgezogen. Obwohl ich damit noch in meiner persönlichen Statistik liege, hoffe ich sehr, hier im 5. Stock noch länger bleiben zu können. Und für meine Möbel bräuchte ich inzwischen vielleicht auch mehr als einen großen Sprinter.

Leere Wohnungen sind wie ein weißes Blatt Papier. In diesem Fall eines, das ich gerne dem nächsten Mieter überlassen habe.
Umziehen bedeutet auch Abschiednehmen
Blick aus dem Küchenfenster in den Innenhof. Könnt ihr den Hundekopf an der Hausfassade erkennen? Inzwischen musste er einer Fassadensanierung weichen.
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