Von Berlin nach Istanbul // Timisoara

Auf den Spuren der Rumänischen Revolution, eine Stadt wird umgebaut und geschenkte Tomaten.

Ohne den Zeitzonenwechsel von einer Stunde mitbekommen zu haben, kamen wir mit quasi einem Tag Verspätung um 14 Uhr in Timisoara an. Wir verabschiedeten den Italiener, für den es weiter nach Bukarest ging und fuhren mit dem Taxi zu unserer Couch. Die junge Rumänin überreichte uns den Hausschlüssel und überließ uns ihr Heim, da sie im Büro zurück erwartet wurde. Und was machten wir? Wir ruhten uns erst mal aus. Urlaub eben.

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Gegen frühen Abend bummelten wir eine Stunde durch die Altstadt und überquerten den Opern Platz. Genau dort reagierten die Armee und Securitate mit Schüssen auf erste Demonstrationen und Unruhen im Dezember 1989. In der Folge starben über hundert Menschen, darunter auch unschuldige Kinder. Die revolutionären Ereignisse breiteten sich von dort aus im gesamten Land aus und führten schließlich einige Tage später dazu, dass Nicolae Ceaușescu Ende 1989 gestürzt und hingerichtet wurde.

Von der Revolution war nicht mehr viel zu erkennen, aber alle größeren Plätze und Straßen der Innenstadt wurden gerade neu gemacht und waren zum Teil nicht passierbar. Wir schafften es dennoch zu einem Supermarkt, um für das Abendessen einzukaufen.

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Nach dem gemeinsamen Essen mit unserer Gastgeberin führte sie uns nochmals durch die Innenstadt. Sie bedauerte, dass für die großen Stadtumbauten zahlreiche Bäume gefällt wurden und erklärte, dass die Demonstranten damals vor den Schüssen der Armee in die gegenüberliegende Kirche flüchten wollten, die Türen aber verschlossen blieben. Timisoara sei der Ursprungsort der Rumänischen Revolution gewesen und sie selbst wurde nicht weit von dort genau in dieser Zeit geboren.

Als Kontrast zeigte sie uns noch einige ihrer Lieblingsplätze, etwa eine Bar auf einem Schiff, vor dessen Ufer im Sommer Drum and Bass Partys stattfinden.

Tag 8

Am Morgen erwachten wir leider sehr steif. Hätten wir doch die viel zu weiche Matratze einfach auf den Boden gelegt, anstatt es mit diesem labilen Metallgeflecht aufzunehmen… Nach dem Frühstück kauften wir auf einem Markt ganz in der Nähe unseren Reiseproviant. Die zwei schönsten Tomaten, die wir finden konnten, bekamen wir sogar geschenkt!

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Wir verabschiedeten uns von unserer lieben Gastgeberin und fuhren Richtung Bahnhof, um den Weg weiter nach Transylvanien anzutreten…

Randnotiz: Die Scheine der rumänische Währung Lei sind aus Plastik. „Sehr praktisch, falls man sie mal aus Versehen mitwäscht“, so unsere Gastgeberin in Timisoara.

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