Bullitour // Plattenbau & Leerstand in Görlitz

Seit letztem Herbst sind wir überglückliche Bullibesitzer und haben bisher nur eine einzige Nacht im Oktober in unserem knallgelben Bus geschlafen. Himmelfahrt haben wir also genutzt, um zwei Wünschen nachzugehen: Vanlife & Görlitz entdecken.

Mittwochabend ging es los. Wir fuhren nach Cottbus, besuchten einen lieben Freund und schliefen in diesem Jahr das erste Mal in unserem Bus.

Himmelfahrt (Donnerstag)

Nach Frühstück & Kaffee – selbstverständlich aus unserer kleinen Bordküche – waren wir wieder „on the road“. Wir durchquerten Brandenburg über Landstraßen und waren ein paar blühende Rapsfelder später in Sachsen. Zwischen Podrosche und Klein Priebus, direkt an der Neiße, neben einer gutmütigen Herde schwarzer Galloways, stellten wir unseren Bulli ab und beschlossen zu bleiben. So herrlich war es dort!

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Wir hatten Glück. Der Bauer kam, um seinen Rindern etwas Stroh zu bringen und wir holten uns seine Erlaubnis für das wilde Campen an diesem wundervollen Ort. Die Nachmittagssonne schien noch warm, wir sammelten schon etwas Feuerholz für ein Minilagerfeuer später am Abend und picknickten in der Abendsonne.

goerlitz_picknick-an-der-neisse

Gute Nacht Kühe, gute Nacht Vögel!

Freitag

Der Morgen war sonnig und wir waren in Sommerstimmung. Entlang der Lausitzer Neiße fuhren wir Richtung Süden. An kleinen Marktständen in den Ortschaften kauften wir polnischen Spargel, selbstgemachte Leberwurst und ćwikła (geriebene Rote Beete mit Meerrettich).  Mittags kamen wir in Görlitz an. Wir bummelten gemütlich durch die Altstadt und entdeckten einen Nudelladen, in dem wir frische Pasta für unseren Spargel kauften und ein Hofeis in der Sonne genossen.

Wir schlenderten über eine der Brücken, hops rüber über den Fluss, und schon waren wir in Polen. Unverkennbar war der fast unbemerkte Grenzübergang an den unzähligen Tafeln, die auf Zigarettengeschäfte aufmerksam machten. Wir liefen durch Zgorzelec (der polnische Name von Görlitz) und hatten gleich noch mehr den Eindruck wirklich im Urlaub zu sein.

goerlitz_zigarettenschild

goerlitz_plattenbau

Zurück auf der anderen Seite durchquerten wir Straßenzüge, weswegen ich überhaupt so ein großes Interesse an Görlitz hatte: wunderschöne Altbauten, mit unwirklich großem Leerstand. Wie schön es wohl hinter all den Fassaden ist?

goerlitz_leerstand

Wir verließen die Stadt vorerst, aber nur um etwas außerhalb einen Schlafplatz zu finden. Leider hatten wir nicht so viel Glück wie am Vortag. Schließlich fanden wir einen schönen Parkplatz am Kloster St. Marienthal. Vor dem Abendessen spazierten wir zur Anlage des Frauenklosters.

goerlitz_kloster-st-marienthal

Samstag

Nach dem Frühstück verließen wir auf Landstraßen die Oberlausitz, um nach Bunzlau, Bolesławiec wie es auf polnisch heißt, zu fahren. Wir durchquerten Dörfer mit wunderschönen alten Bauernhäusern in verwunschenen Gärten. Und plötzlich überquerten wir eine Grenze, aber nicht die polnische… wir waren in Tschechien gelandet. Liegt aber auch alles so dicht beieinander in der Ecke…

goerlitz_ortsschild-polen

Umdrehen, rechts abbiegen und weiter durch viele kleine Dörfer und Städte. Eine gute Stunde später saßen wir auf dem Marktplatz von Bunzlau. Hübsche Stadt, aber an diesem Samstag war nicht viel los.

Wir fuhren zurück nach Görlitz, um dort den Flohmarkt in der Kulturbrauerei zu besuchen. Und wurden sogar fündig: ein kleiner „Pfeiftopf“ für unsere Bordküche.

Bei der Schlafplatzsuche wollten wir auf Nummer sicher gehen und fuhren wieder zur Weidefläche an der Neiße bei Podrosche. Was uns der freundliche Bauer ein Mal erlaubte, würde bestimmt auch eine zweites Mal möglich sein.

Sonntag

Nach dem Frühstückspicknick lud der aufkommende Wind nicht zum Verweilen ein. Wir packten zusammen und fuhren heimwärts. Auf dem Weg hielten wir bei Bad Muskau an einem weiteren Trödelmarkt und kauften die größten Stücke Blechkuchen, die ich für 1,50 Euro je gesehen habe. Zurück in Berlin ließen wir bei Streuselkuchen mit Mohn, Rhabarber und Kirschen den ersten Mini-Urlaub mit unserem Bus ausklingen.

Bulli, das machen wir bald wieder!

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