Marokko // Fès

Vom Frühstück in Casablanca, bunten Kacheln, Reisefieber, einem faux guide, der Medina von Fès, frischem Minztee & Orangensaft. 

Tag 1

Wir landeten am Abend gegen neun Ortszeit in Casablanca. Regen begrüßte uns. Um zehn nahmen wir den Zug quer durch die Stadt bis zum Bahnhof in Hafennähe. Von dort waren es nur noch wenige Straßen bis zum Hotel, das wir schon von Zuhause reserviert hatten. Dann ging es auch schon bald ins Bett, um der anfänglichen Erkältung erst gar keine Chance zu geben.

Tag 2

Der Regen war fort, die Erkältung leider nicht. Wir bekamen im Hotel ein einfaches, süßes Frühstück (Zucker ist eine elementare Zutat in der marokkanischen Küche) mit frisch gepresstem Orangensaft. Von Sonnenschein begleitet liefen wir anschließend den Weg vom Vorabend zurück zum Bahnhof Casa-Port und fuhren zum Bahnhof Casa-Voyageurs. Viereinhalb Stunden später kamen wir in Fès an.

Ein freundlicher Mitfahrer im Zug hat uns ein günstiges Riad am Rande der Medina von Fès empfohlen. Er rief für uns dort an, um nach einem freien Zimmer zu fragen. Wir hatten Glück und wurden sogar vom Bahnhof abgeholt.

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Im Riad wurden wir mit frischem, stark gezuckertem Minztee begrüßt. Wohin wir auch blickten: bunte Kacheln. Wunderschön. Weil unsere Bäuche aber knurrten, machten wir uns schnell auf den Weg in die Gassen der Medina (auch Fès el-Bali genannt), auf der Suche nach Tajine oder Couscous…

Unsere suchenden Blicke blieben nicht unentdeckt. Ein „hilfsbereiter“ junger Mann zeigte uns den Weg zu einem Restaurant. Es ging kreuz und quer durch die vielen hundert Jahre alten Gassen bis zu einem Restaurant, wo wir auf einer gemütlichen Dachterrasse, unter einem großen Stoffzelt, tatsächlich eine erschwingliche und ganz leckere Tajine bekamen. Dazu tranken wir süßen Minztee.

Auch auf dem Rückweg führte uns der junge Fassi wieder durch die kleinen, verwinkelten Gassen, fragte nach unseren Plänen für den folgenden Tag (wir wollten uns aber noch gar nicht festlegen), bot uns dies und jenes als Tagesprogramm an (wir wollten uns aber ganz ehrlich nicht festlegen) und brachte uns bis zu unserer Unterkunft. Was wir aber wollten: Uns mit einem Trinkgeld dankbar zeigen. Aber er lehnte ab: „Tomorrow, tomorrow.“ „So so, morgen also. Den Tag lassen wir erstmal auf uns zukommen“, dachten wir Ahnungslosen.

Zu meiner Erkältung hatte sich inzwischen ein kleines Reisefieber gesellt und ich wollte nur noch schlafen.

Tag 3

Nach einer langen Nacht hatten wir ordentlich ausgeschlafen. Ich war fieberfrei und wir trödelten in den Tag. Es war schon nach elf (für unseren gewöhnlichen Urlaubsrhythmus tatsächlich spät) als wir aus unserem Riad traten. Und wer wartete dort strahlend auf uns? Ganz genau! Monsieur „hilfsbereit“.

Bei unserem Frühstück beratschlagten wir, wie wir ihn wieder los werden würden. (Wie schon am Vorabend verschwand er, während wir aßen.) Im Lonely Planet wurden Vor- und Nachteile der inoffiziellen guides, den so genannten faux guides, und eine empfohlene Bezahlung (pro Tag nicht mehr als 100 DH, knapp 10 Euro) genannt.

Also gut. Unsere höfliche Bitte lautete: „Zeig uns doch noch die Gerbereien und dann würden wir den restlichen Tag gern zu zweit verbringen.“ Wieselflink lief er wieder los und wir abermals durch das Labyrinth an Gassen hinterher.

Die Aussichtsplattformen der Gerbereien sind in der Hand von Lederhändlern, denen wir nichts abkaufen wollten, weshalb unser Aufenthalt dort recht kurz war.

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Unser Abschied vom Guide war wie erwartet: Erst fand er unsere monetäre Dankbarkeit zu wenig, freute sich aber schließlich doch: „Me happy, you happy“, schmiss er uns entgegen und verschwand in der nächsten Gasse.

Wir folgten unseren Nasen und dem GPS des Handys, um im Labyrinth nicht verloren zu gehen, bewunderten die vielen Kachelmosaike, tranken frischen Orangensaft, Minztee und kauften Couscous, das wir auf der Dachterrasse unserer Unterkunft in der Abendsonne aßen.

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Vor dem Schlafengehen tranken wir noch einen Minztee.

Tag 4

Wir frühstückten mit Blick auf Fès el-Bali und frischem Orangensaft. Danach schnappten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg zum Treffpunkt der Sammeltaxis nach Azrou.

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